Sentence to think about :  Eine tolerante und demokratische Gesellschaft braucht ein freiheitliches und vielfältiges Bildungswesen.(effe-Motto)   

Herzlich Willkommen!
Schön dass Sie hierher gefunden haben! Mit verschiedenen Aktionen im Laufe des Septembers, besonders aber am 15. des Monats, möchten wir daran erinnern, dass Bildung nur in Freiheit gelingen kann, unter Zwang wird jeder Bildungsversuch zur Dressur. Wir freuen uns über jede Form der Beteiligung. Kontaktieren Sie uns: info@itdbf.de
Kalender

ITdBF - Rückschau
+ Rückblick
Artikel
+ aktuelle Artikel
 -  lesenswerte Artikel
Ent-Schulung

Der Mensch wird frei geboren und dann eingeschult.

www.tologo.de

Entschulung: ist mehr als Lernen ohne Schulbesuch

Besucher

 158927 visitors

 3 visitors online

International Site


JIPLI


Zurück zur Startseite

lesenswerte Artikel - Lahr: Gute Noten fürs Garagenprojekt

Lahr: Gute Noten fürs Garagenprojekt Gegen den Bildungsfrust: Ein Ex-Schulverweigerer mit einem Notendurchschnitt von 1,7? Ein Lehrabbrecher, der dann im Berufsvorbereitungsjahr Klassenbester wird? Das gibt es - im Garagenprojekt Lahr.

"Selbst solche Erfolge haben wir", bestätigt Martin Klotz von dem Projekt des Ortenaukreises, das zum einen 12- bis 16-Jährige betreut, die nicht in die Schule gehen. "Die mit der Schule nicht können, und mit denen manchmal auch die Schule nicht kann", wie es Ullrich Böttinger ausdrückt, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle Lahr.

Seine Einrichtung hat 1997 das Garagenprojekt in einem garagenähnlichen Schuppen – daher der Name – gestartet. "Es ging damals um eine Möglichkeit für Schulverweigerer, sich zunächst zwanglos treffen", erklärt Böttinger.

Es waren meist Jugendliche, die teils ein Jahr und länger nicht mehr in der Schule waren, teils auch aus schwierigen Familien, wo der Alltag von Sucht, Gewalt oder Antriebslosigkeit geprägt war. Böttinger: "Diese Klientel sucht von sich aus nicht die klassischen Hilfsangebote auf." Doch der Treffpunkt wurde angenommen.

Böttinger spricht von einer "Beheimatung", die stattgefunden habe: "Man merkt das spätestens dann, wenn sie ständig hier sind und sogar noch ihre Kumpels mitbringen." Aus dem Treffpunkt wurde eine feste Einrichtung in der Trägerschaft des Amts für Soziale und Psychologische Dienste des Ortenaukreises und angegliedert an Böttingers Dienststelle.

Ende der 1990er-Jahre kam die Gruppe "Junge Erwachsene" dazu, Jugendliche von 17 bis 25 Jahren. Böttinger: "Das war eine logische Folge des Garagenprojekts. Mit 17 waren die Jugendlichen nicht mehr schulpflichtig, aber sie kamen immer noch hierher." Zehn solcher Jugendlichen arbeiten derzeit in der Werkstatt des Garagenprojekts, das mittlerweile im Neuwerkhof beheimatet ist, einem früheren Industriepark nahe der alten Rothändle-Manufaktur. Das Haus stellt die Stadt Lahr kostengünstig zur Verfügung.

Die Jugendlichen halten es in Schuss, und sie haben Wesentliches zum Umbau des Kellers in eine Schreinerwerkstatt beigetragen. Böttinger spricht von einer Erfolgsquote von 60 bis 70 Prozent. Zwei Drittel der Klienten besuchen wieder regelmäßig eine Schule, haben Arbeit gefunden oder machen eine Berufsausbildung.

Dass die Jugendlichen ihre Chancen nutzen, habe viele Gründe. Böttinger: "Schulverweigerer sind keine Bildungsverweigerer." Eher Frustrierte, die von Misserfolg zu Misserfolg gingen und irgendwann "null Bock" hatten, die mit Rückzug oder Aggression auf ihre von Misserfolg geprägte Selbstwertproblematik reagierten.

Die Schulverweigerer bekommen Unterricht in kleinsten Gruppen, durch zwei Lehrer. "Deutsch, Mathe, alle normalen Schulfächer außer Sport und Musik", erklärt Martin Klotz, der für diesen Teil der Jugendlichen zuständig ist. Dazu kommt Werkpädagogik. Arbeiten im Team wird nebenher erfahren. Dazu kommt eine sozialpädagogische Betreuung mit Gesprächen in kleinen Gruppen und Einzelgesprächen. Die jungen Erwachsenen bauen in der Werkstatt Kleinmöbel wie Schreibtische oder Regale, Spiele und Spielzeug, Bilderrahmen, Uhrgehäuse, Puzzles und superschöne Puppenstuben. Zu den Abnehmern gehören Kindergärten, Schulen, Firmen, aber auch Privatleute.

Wünsche hat man auch beim Garagenprojekt: Mehr Lehrerstellen, um mehr Schulabbrecher aufnehmen und zum Schulabschluss führen zu können. Froh wäre man auch über ehrenamtliche Helfer und Mentoren. Ganz oben auf der Wunschliste: Dass die Stadt Lahr den Mietvertrag verlängert. Nicht nur, weil das Gebäude ideal ist, auch weil viele Jugendliche sich mittlerweile dort sehr wohl fühlen.

Von BZ-Mitarbeiter Robert Ullmann
5. Februar 2008

http://www.badische-zeitung.de/lahr-gute-noten-fuers-garagenprojekt.103093


Creation date : 28/03/2008 - 00:34
Last update : 02/09/2008 - 13:39
Category : lesenswerte Artikel
Page read 2580 times


Print preview Print preview     Print the page Print the page

Was wir uns wünschen
Wir wünschen uns die Möglichkeit der freien Wahl des individuellen Bildungsweges von Heranwachsenden, sei es in öffentlichen Schulen, in privaten Schulen, durch Inanspruchnahme von Fernschulen oder schulfrei. Wir wünschen uns insbesondere, dass Home Education auch in Deutschland legalisiert wird.
Suche




Umfrage
Sollte Homeschooling in Deutschland erlaubt sein?
 
Ja
Nein
Results
Bildung braucht Zeit
Der Prozess der Bildung ist in den der Verarbeitung umgeschlagen. Die Verarbeitung - und darin liegt das Wesen des Unterschieds - lässt dem Gegenstand keine Zeit, die Zeit wird reduziert. Zeit aber steht für Liebe; der Sache, der ich Zeit schenke, schenke ich Liebe; die Gewalt ist rasch.
(Max Horkheimer, 1952)
Links
Weitere Informationen, Termine, Wissens- und Lesenswertes:
Informationszentrum Leben ohne Schule

Artikel zu den Themen Kinder, Familie, Schule, Lernen:
KiFaSchuLe-Presseschau

Informationen zu Schulzwang und weiteren Aktionstagen:
Lernen ohne Schulzwang
Webring
Der Schulzwang wird fallen wie die Berliner Mauer
Educating Germany WEBRING
Previous Home Random Next


^ Top ^

Die Regelung von Bildungs-Recht und Bildungs-Pflicht in der irischen Verfassung - ein Vorbild für Deutschland?

1. Der Staat erkennt an, dass die Familie die erste und natürliche Erziehungsinstanz für das Kind ist, und er ist verpflichtet, das unveräußerliche Recht und die Pflicht der Eltern zu respektieren, im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die religiöse, moralische, intellektuelle, physische und soziale Erziehung zu sorgen.

2. Eltern sollen die Freiheit haben, bei sich zuhause oder in Privatschulen oder in vom Staat anerkannten oder eingerichteten Schulen für diese Erziehung zu sorgen.

(Übersetzung der ersten zwei Absätze von Artikel 42 der irischen Verfassung)


Webmaster: jipli at jipli dot org
GuppY - http://www.freeguppy.org/    Site powered by GuppY v4.5.17 © 2004-2005 - CeCILL Free License

Document generated in 0.15 second